Produktseiten sind schwierig, manchmal sogar unmöglich, für SEO zu optimieren.
Das liegt in der Regel daran, dass die Produktseiten nicht genügend Content mitbringen, der für Google optimiert werden kann. Ein Ansatz, um dieses Problem zu lösen, ist der Einsatz von sogenannten Kategorieseiten.
In diesem Artikel findest du alle relevanten Informationen zum Thema SEO und Kategorieseiten für Online-Shops. Unter anderem behandeln wir in diesem Artikel folgende Themen:
- Wie prüfe ich, ob sich der Einsatz von Kategorieseiten überhaupt lohnt?
- Die 16 wichtigsten Elemente und Strategien, die du auf deiner Kategorieseite anwenden kannst.
- Welche Lösungen und Strategien nutzen deutsche top Ecommerce-Seiten (u.a. von Zalando, Otto, Strauss, Amazon und bonprix).
Beispiel-Layout Kategorieseite
Was ist eine Kategorieseite im Ecommerce?
Auf Kategorieseiten werden mehrere Produkte zusammengefasst, die in eine gemeinsame, übergeordnete Kategorie fallen.
Daraus ergeben sich zwei große Vorteile, die uns beim Thema SEO in die Hände spielen:
- 1Mehr Möglichkeiten für SEO-optimierten Content
- 2Content, der länger relevant bleibt
Warum bietet eine Kategorieseite mehr Möglichkeiten für SEO-optimierten Content?
Kategorieseiten fassen Produkte einer übergeordneten Kategorie zusammen. Entsprechend können wir unseren Content auf diese übergeordnete Kategorie optimieren.
Nehmen wir als Beispiel einen fiktiven Modeartikel: Es ist im Grunde unmöglich für das neue Schuhmodell „Boston“ Content zu erstellen, der für SEO relevant ist.
Ganz anders sieht das bei der übergeordneten Kategorie Schuhe aus. Über Schuhe könnte man so vieles schreiben, dass es hier sogar Potenzial für Unterkategorien gibt, wie zum Beispiel Sneaker, Laufschuhe, Barfußschuhe – jede dieser Schuhart hat eine Historie, einen bestimmten Einsatzzweck, verfolgt eine Philosophie oder hat ein besonderes Herstellungsverfahren. Hier gibt es viele Möglichkeiten, um Content zu erzeugen.
Weiterer Vorteil: übergeordnete Kategorien haben mehr Suchvolumen. Dafür gibt es vermutlich mehr Wettbewerb, was es wiederum schwieriger macht, bei SEO zu punkten.
Warum sind Kategorieseiten länger relevant?
Das ist eine direkte Folge des relevanteren Contents. Ein guter Artikel über Schuhe wird auch in 20 Jahren noch Relevanz haben.
Dem gegenüber steht die Produkt-Seite unseres fiktiven Schuhmodells Boston. Abgesehen davon, dass hier nur auf sehr spezielle Eigenschaften des Schuhs eingegangen werden kann, ist der Artikel in drei Monaten möglicherweise schon nicht mehr gelistet. Gerade im Bereich Mode sind die Artikel nur sehr kurzweilig verfügbar.
Das bedeutet in diesem Fall auch, dass die Artikelseite kaum für Google arbeiten wird und auch kaum Backlinks erzeugen wird.
Eine Kategorieseite dagegen kann jahrelang verwendet werden. Selbst wenn die Produkte auf der Kategorieseite regelmäßig getauscht werden, bleibt der Content zur Kategorie bestehen. Diese Seite ist somit unabhängig vom Produktkatalog – zumindest so lange es Produkte gibt, die in diese Kategorie fallen.
Eine Kategorieseite ist daher auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll.
Produktseiten oder Kategorieseiten optimieren?
Wie wird nach dem Produkt gesucht?
Es gibt Produkte, die werden gezielt gesucht, in dem der Produktname direkt bei Google eingegeben wird. Zum Beispiel ein bestimmter Tennisschläger wie der „Wilson Blade 98 v9“.
Hier hat man z. B. einen Produkttest gelesen, und sucht nun genau nach diesem Modell.
Es gibt aber auch Produkte, denen kann man sich nur sehr generisch nähern, weil es kaum ein redaktionelles Umfeld gibt, wo zum Beispiel das Waschbecken Ascona getestet wird.
Hier wird in der Regel nach Waschbecken und einer bestimmten Produkteigenschaft gesucht. Zum Beispiel: „Waschbecken Keramik“
Dann gibt es noch Produkte, nach denen wird gar nicht gesucht. In diese Kategorie fallen Shops wie zum Beispiel Spreadshirt oder Redbubble. Hier gibt es eine riesige Auswahl an Produktrohlingen, die mit einer noch größeren Auswahl an Motiven on-demand bedruckt werden können. Hier geht man eher in den Shop, und klickt sich durch Bestseller-Listen und Kategorieseiten, um sich inspirieren zu lassen.
Wann sollte ich Produktseiten optimieren?
- 1Wenn nach dem Produktnamen gesucht wird.
- 2Wenn das Produkt lange genug existiert (z. B. keine Fast-Fashion).
Wann sollte ich Kategorieseiten optimieren?
- 1Wenn generisch nach Kategoriebegriffen gesucht wird.
- 2Wenn du diese Kategorie mit genügend Produkten bespielen kannst.
Welche Seiten-Typen gibt es in Online-Shops?
- Startseite
- Produktdetailseiten, PDS (Product Detail Pages, PDP)
- Kategorieseiten
- Blog-/Ratgeber-Seiten
- Shop-Funktionsseiten wie Warenkorb, Kasse, Check-out usw.
- Kategorieseiten (Product Listing Pages, PLP)
- Kategorie-Übersichtsseiten (Product Category Pages, PCP)

16 Elemente zum Aufbau von Kategorieseiten
Hero
Was bedeutet Above the Fold?
Im Web hat man diesen Begriff übernommen für den Bereich, der als erstes sichtbar ist, sobald die Seite geladen ist – also bevor man anfängt herunterzuscrollen. Dieser Bereich sollte möglichst effektiv genutzt werden und überzeugende Inhalte liefern – das gilt für Startseiten genauso wie für Kategorie- oder Produktseiten.
Tipp: Heutzutage ist der sichtbare Bereich einer Webseite immer unterschiedlich, je nachdem welche Monitorgröße unser Besucher hat.
Ich würde mir daher in den Analysen anschauen, welche Monitorgröße bei deinen Besuchern am häufigsten vertreten ist, und diese Größe für die „Above the fold“-Ansicht verwenden.
H1 Überschrift und Kategorie-Beschreibung
Diese beiden Elemente sind für Google natürlich sehr wichtig. Bei der Planung der Kategorien muss auch eine Keyword-Recherche miteinbezogen werden. Auch hier gilt dann wieder Keywords möglichst in die H1 und den Beschreibungstext einzubauen.
Der Inhalt selbst sollte natürlich passend zur Kategorie sein. Hier kannst du die Kategorie beschreiben, oder auch über Art und Qualität der Auswahl der Produkte in dieser Kategorie sprechen.
Überlege auch, an welcher Stelle die H1 und die Beschreibung platziert werden soll. Möglich wäre zum Beispiel direkt neben dem Hero-Bild. Am einfachsten ist es vermutlich über den Produkten.
Breadcrumb Navigation
Die Breadcrumb-Navigation (Brotkrumen-Navigation à la Hänsel und Gretel) hat sich als praktisches Element zur Navigation innerhalb von Kategorien erwiesen. Der Spiegel verwendet die Breadcrumbs sogar als eines der wichtigsten SEO-Elemente auf ihrer Webseite. In meinem Artikel zum Thema SEO und Überschriften beschreibe ich diesen „Trick“ genauer.
Die Breadcrumb-Navigation sollte zwei Aufgaben haben: zum einen kann man direkt erkennen, in welcher Kategorie wir uns gerade befinden. Das wird durch das letzte Element in der Breadcrumb-Navigation deutlich.
Zum anderen sollten sich die Elemente davor anklicken lassen, um so im Kategorie-Baum wieder zurück zu navigieren.
Bei der großen Kategorien-Tiefe der IKEA-Produktpalette finde ich den Ansatz mutig. Er nimmt sehr viel Platz ein und bietet wenig Orientierung, ist aber definitiv anders und sieht gut aus.
Bei kleineren Screens wechselte IKEA dann übrigens wieder zur klassischen Breadcrumb-Navigation.
Produkt-Filter
Produkt-Filter dienen dazu, die dargestellten Produkte einer Kategorie nach bestimmten Kriterien zu filtern, um so die Produktauswahl zu verkleinern. Das kann zum Beispiel ein Preis-Filter sein oder ein Filter nach Farben oder Kleidungsgrößen.
Produkt-Filter sind daher nur sinnvoll, wenn es genügend Produkte zum Filtern gibt.
Eine oft gestellte Frage ist, ob man jede Produkt-Filter-Kombination auch von Google crawlen lassen sollte. Pauschal würde ich das mit Nein beantworten. Insbesondere wenn es viele Filter-Kriterien gibt, wäre dann das Crawling-Budget schnell aufgebraucht.
Auch hier ist es sinnvoll eine Keywordrecherche zu machen, ob es Filter-Kategorien mit Suchvolumen gibt. Dann sollte man diese Filter-Kategorien durchaus indexieren lassen.
Optimal ist es daher, wenn sich steuern lässt, welche Filter man indexieren lassen kann, und welche man auf noindex stellt.
Das funktioniert allerdings nur, wenn jeder Produkt-Filter tatsächlich eine eigene URL hat, die Google crawlen kann – und hier kann es technisch sehr komplex werden. Es kann auch gut sein, dass dein Shop-System das nicht kann und mit Plugins oder Programmierung erweitert werden muss.
Weiterer Vorteil wäre dann, dass man für jeden Produkt-Filter einen eigenen Title und Meta Description sowie H1 und eventuell sogar Inhalte hinterlegen kann.
Sehr schön kann man diese Vorgehensweise im Online-Shop von OTTO.de sehen.
Produkt-Filter Strategie am Beispiel von Otto.de
Die URL lautet:
https://www.otto.de/herren/mode/bademode/badehosen/badeshorts/
Title und Meta Description sehen folgendermaßen aus:
Jetzt setze ich einen Filter auf die Marke adidas Performance. Die URL ändert sich folgendermaßen:
https://www.otto.de/herren/mode/bademode/badehosen/badeshorts/?marke=adidas-performance
Title und Meta Description sehen nun folgendermaßen aus:
Nun wechsle ich auf eine weniger bekannte Marke namens Prowler. Die URL sieht nun so aus:
https://www.otto.de/mode/bademode/badehosen/badeshorts/?marke=prowler&zielgruppe=herren
Und so sehen nun Title und Meta Description aus:
In diesem Vergleich ist sehr schön zu sehen, wie OTTO auf die Marken-Kategorie „adidas Performance Badeshorts“ optimiert hat, auf die von Prowler jedoch nicht.
Eine Keyword-Recherche zeigt auch warum: nach adidas Badeshorts wird definitiv gesucht, während mir für Badeshorts von Prowler gar kein Suchvolumen in Deutschland angezeigt wird.
Title und Meta Description der Haupt-Kategorie (also ohne Filter) sollen wirklich nur auf der Haupt-Kategorie-Seite vorkommen und nicht mit einem Produkt-Filter konkurrieren oder gar kannibalisiert werden.
Es soll erreicht werden, dass die Haupt-Kategorie-Seite für Badeshorts bei Google rankt. Die Kategorie-Seite gefiltert nach Prowler soll nicht bei Google ranken, weil es hier kein Suchvolumen gibt. Damit die Prowler Kategorie-Seite nicht die Haupt-Kategorieseite „angreift“, bekommt sie den generischen Title und Meta Description.
Übrigens noch ein wichtiges Detail, was diese Strategie bestätigt, sieht man in diesem Vergleich:
Zusammenfassung: Wie optimiere ich für Filter-Kategorien?
- Wenn es Suchvolumen für Produkt-Filter gibt, dann optimiere Title und Meta Description.
- Wenn es kein Suchvolumen für Produkt-Filter gibt, dann erstelle generische Title und Meta Description und stelle die Seite auf noindex.
Produktliste
In der Produktliste werden nun die zur Kategorie passenden Produkte ausgegeben.
Abgesehen von einer hochwertigen Darstellung gibt es noch einige andere Punkte bei der Produktliste zu beachten.
Die Produkte müssen unbedingt zur Kategorie passen. Entsprechend muss die Taxonomie der Produkte gepflegt werden.
Außerdem ist es für den Besucher enttäuschend, wenn hier Produkte aufgelistet werden, die derzeit nicht verfügbar sind. Zumindest sollte man diese nicht prominent an erster Stelle der Produktliste aufführen.
Sortierung der Produktliste
Damit kommen wir zur Sortierung der Produktliste. Auch hier gibt es viele Möglichkeiten und du musst klären, welche am sinnvollsten für deinen Shop ist bzw. welche Möglichkeiten du überhaupt hast.
Hier eine Auswahl an Kriterien, die du zum Sortieren verwenden kannst, wenn die entsprechenden Daten in deinem Shop erhoben werden:
- 1Preis
- 2Bewertungen
- 3Verkäufe bzw. Beliebtheit
- 4Aufrufe
- 5Zeitlich befristete Angebote
- 6Ausverkäufe/Aktionen
Die meisten Shops sortieren standardmäßig nach Beliebtheit, wobei mit Beliebtheit in der Regel die Anzahl der Verkäufe gemeint ist. Je besser sich ein Produkt verkauft, desto weiter oben sollte das Produkt aufgeführt werden. Aus kaufmännischer Sicht ist das zunächst sinnvoll.
Trügerisch wird es nur, wenn man Aktionen veranstaltet, die den Absatz eines Produktes künstlich ankurbeln. Das kann beispielsweise eine Anzeigen-Kampagne sein, um einen Ladenhüter zu pushen. Wenn man hier die Verkaufszahlen der Aktion nicht trennen kann, wird der „Beliebtheits-Wert“ verzerrt. So werden Produkte ganz oben in der Sortierung aufgeführt, die nur künstlich an Verkaufszahlen gewonnen haben und einem von sich aus gut laufendem Produkt den Platz wegnimmt.
Untersegmentierung bei wenig Produkten
Wenn es nur wenige Produkte gibt und die Produktliste es hergibt, kann man die Produktliste noch weiter segmentieren.
Angenommen es gibt etwa 15 Produkte in der Kategorie, dann haben einige Produkte möglicherweise eine Gemeinsamkeit, nach der man segmentieren kann – z. B. eine Segmentierung nach popkulturellen Jahrzehnten wie die 80er, 90er usw.
In dem Fall kannst du überlegen, ob du diese Untersegmentierung einfach über Headlines und nicht mit einem komplizierten Filtersystem löst, das bei 15 Produkten übertrieben wäre.
Bestseller-Listen
Gerade bei schnelllebigen Produkten kann eine Sortierung nach Neuheit zunächst sinnvoller sein. In dem Fall könnte man eine zusätzliche Bestseller-Liste anlegen.
Wenn die Produkt-Liste zu klein ist, ist eine zusätzliche Bestseller-Liste nicht sinnvoll, da hier die gleichen Produkte wieder auftauchen.
Von daher würde ich eine zusätzliche Bestseller-Liste nur anzeigen lassen, wenn es so viele Produkte in der Kategorie gibt, dass man mit Paginierung arbeiten muss oder zumindest so weit herunterscrollen muss, dass die offensichtliche Doppelung nicht sofort auffällt.
Amazon nutzt gleich mehrere unterschiedliche Listen wie Bestseller-Liste, beliebte Geschenke, Neuheiten etc.
Trust Elemente wecken Vertrauen
Trust Elemente wecken Vertrauen, in dem sie die Autorität der Seite steigern. Klassische Trust Elemente sind zum Beispiel Logos von berühmten Marken. Der Einsatz von Logos funktioniert allerdings nicht immer, um Vertrauen zu steigern. Wenn bei Zalando Logos von Adidas, Nike und Converse angezeigt werden, ist das für mich zu erwarten, da es sich hier um eine Verkaufsplattform von Mode handelt. Hier würde ich sogar einen Kategorie-Filter erwarten, wenn solche Logos angezeigt werden.
Weitere Trust-Elemente können auch Kundenrezensionen, Testimonials oder auch bestimmte Siegel sein.
Passende Produkte
Die Rubrik „passende Produkte“ ist ein schöner Kniff, um Kategorie-fremde Produkte anzuzeigen, die aber trotzdem eine sinnvolle Ergänzung für den Besucher sind.
Beispiel: Wenn ich mir bei Obi das Produkt Konstruktionsholz aus der Kategorie Bauen >Bauholz > Konstruktionsvollholz & Brettschichtholz anschaue, bekomme ich passende Winkelverbinder, Schrauben und Bohrer unter dem Produkt angeboten. Das sind alles Produkte aus einer anderen Kategorie, die aber sinnvoll zum Produkt passen.
Wichtig ist, dass das passende Produkt einen sinnvollen Zusammenhang zu den Produkten der Kategorie hat.
Ähnliche Produkte
Bei Produkten mit vielen unterschiedlichen Eigenschaften, wie es zum Beispiel bei Mode der Fall ist, kann man auch eine Rubrik „ähnliche Produkte“ anbieten.
Da sind Produkte, die viele Gemeinsamkeiten bei den Merkmalen des ausgewählten Produkts haben. Das ist sinnvoll, denn wenn sich ein Besucher für das ausgewählte Produkt interessiert, ist die Wahrscheinlich sehr hoch, dass die ähnlichen Produkte mit vielen Gemeinsamkeiten auch für den Besucher infrage kommen.
Bei Zalando funktioniert das sogar so gut, dass ich auf den ersten Blick kurz gedacht habe, das wären alles die gleichen Produkte.
Diese Funktion sollte gut geprüft werden, denn wenn hier völlig andere Produkte angezeigt würden, dann verärgert das den Besucher. Es könnte beispielsweise der Eindruck entstehen, als wolle man versuchen, Ladenhüter oder Restposten dem Besucher unterzujubeln.
Ähnliche bzw. weitere Kategorien
Im Bereich ähnliche Kategorien kannst du weitere Kategorien deines Shops verlinken. Wenn du einen großen Shop hast, mit vielen Kategorien ist es sinnvoll Kategorien aufzulisten, die eine thematische Nähe haben.
Bei kleineren Shops mit wenigen Kategorien ist eine thematische Nähe möglicherweise nicht umsetzbar. Dann würde ich den Abschnitt nicht „Ähnliche Kategorien“ nennen, sondern beispielsweise „Weitere Kategorien“.
Marken-Kategorien
Eine Segmentierung nach Marken kann ebenfalls sinnvoll sein, wenn es genügend Produkte unterschiedlicher Marken gibt. Insbesondere im Mode-Bereich, wo es eine sehr starke Marken-Ausrichtung gibt, ist eine eigene Kategorie oder ein Filter nach Marken empfehlenswert.
Bei Obi oder auch Zalando findet man sogar eine eigene Marken-Kategorieseite.
Ratgeber-Links
Wenn es passende informationelle Inhalte zur Produkt-Kategorie gibt, sollten diese hier verlinkt werden. Das erhöht zusätzlich den Nutzen der Kategorieseite als auch das Service-Gefühl beim Besucher.
Nehmen wir wieder das Beispiel mit den Naturholz-Stühlen, diese benötigen vielleicht eine bestimmte Pflege. Vielleicht bietest du sogar schon ein passendes Pflegeprodukt an. In einem Blog-Artikel kannst du dann genau darauf eingehen, wie die Pflege funktioniert und das Pflegeprodukt anzuwenden ist.
Content
Schließlich kommen wir zum Content-Bereich. Hier können längere Texte erstellt werden, die mehr Informationen zur Kategorie liefern.
Das können zum Beispiel auch Behind-the-Scenes Informationen zu den Produkten dieser Kategorie sein, Anwendungsbeispiele oder Tutorials (wenn diese nicht sogar einen eigenen Blog- bzw. Ratgeber-Artikel wert sind).
Auf jeden Fall sollten diese Inhalte entweder nützliche Informationen liefern oder zumindest eine unterhaltende Funktion erfüllen.
Optimalerweise nutzen diese Texte das Fokus-Keyword und sind entsprechend SEO-optimiert.
Auch der Einsatz von Medien wie Bilder und Videos sind denkbar, wenn diese passend zur Kategorie sind und einen Nutzen für den Besucher erfüllen.
Hier zwei Beispiele für Kategorieseiten-Content. Otto.de nutzt den Content eher lieblos und soll vermutlich nur für Google wichtig sein. Auf strauss.de wirkt es dagegen aufgeräumt und gut aufbereitet und vermittelt bereits optisch den Eindruck, als würden hier hilfreiche Informationen für den Besucher stehen.
FAQs
FAQs haben sich ebenfalls auf Kategorieseiten bewährt. Sie haben einen tatsächlichen Nutzen für den Besucher, erhöhen also hier wieder das Service-Gefühl. Inhaltlich sind sie oft per se auf das Fokus-Keyword ausgerichtet.
Das macht FAQs für SEO bzw. Google sehr interessant, zumal sie besonders in Googles SERP-Rubrik „Nutzer fragten auch“ hineinspielen.
Tatsächlich liest sich der Content-Bereich von Kategorieseiten oft wie ein FAQ-Bereich, da hier die Überschriften häufig in W-Fragen formuliert sind. Das kann man in dem Beispiel von strauss.de im vorigen Abschnitt sehr schön sehen. Oder auch im folgenden Screenshot von ikea.de.
Technisches SEO für Kategorieseiten
Title und Meta Description optimieren
Title Tag, Meta Description als auch die H1 sind ein Trio, das gemeinsam der wichtigste initiale Informationsblock für Google als auch für den Besucher darstellt.
Insbesondere Title Tag und Meta Description müssen gut zusammenspielen, da diese beiden Informationsquellen direkt im Google Suchergebnis verwendet werden. Daher sind sie oft der erste online Kontakt-Punkt (im Marketing auch Touch-Point genannt) mit neuen Besuchern und sind dementsprechend wichtig.
Title Tag und Meta Description sollten daher inhaltlich „zusammenspielen“. Optimal ist es, hier auch das Fokus-Keyword einzusetzen.
Die wichtigsten Eigenschaften von Title und Meta Description
- 1Der Title sollte eine Länge von etwa 50 bis 60 Zeichen haben.
- 2Die Meta Description sollte maximal 150 Zeichen haben.
- 3Optimalerweise wird bei Title, Meta Description und H1 das Fokus-Keyword eingebaut.
- 4Title, Meta Description und H1 müssen gut „zusammenspielen“.
Überschriften richtig strukturieren
Im vorigen Abschnitt über den Title Tag und die Meta Description hatte ich bereits erwähnt, dass diese beiden zusammen mit der H1 ein wichtiges Gespann darstellen.
Wenn Title und Meta Description der erste Kontakt-Punkt sind, dann ist die H1 in der Regel der zweite Kontakt-Punkt. Der Besucher klickt auf das Google Suchergebnis, nach dem ihn Title und Meta Description überzeugt haben. Er öffnet deine Seite und fängt zunächst an, die Überschriften zu scannen. In der Regel wird die H1 dann die erste Überschrift sein, die er wahrnimmt.
Wenn diese H1 nun inhaltlich nicht zu dem passt, was der Besucher gerade noch im Google-Suchergebnis gelesen hat, dann wird der Besucher schnell wieder verschwinden.
Das ist der Grund aus Benutzer-Sicht, warum Title, Meta Description und H1 gut zusammenspielen müssen.
Aus Googles Sicht bekommt die H1 (so wie Title und Meta Description) ein besonderes Gewicht bei der Indexierung. Die Unterschiede zwischen Crawling und Indexierung sind wichtig zu verstehen. Daher habe ich einen Artikel geschrieben, der alles zum Thema Crawling und Indexierung erklärt und die Unterschiede verdeutlicht.
Strukturierte Daten korrekt anwenden
Strukturierte Daten sind ein extrem wichtiges Thema für Shop-Seiten. Insbesondere durch Googles Produkt-Raster Update, ist es für Shop-Betreiber noch wichtiger geworden, dass die strukturierten Daten korrekt angewendet werden.
Die Produkt-Raster sind neue Elemente im Google-Suchergebnis. Es handelt sich dabei um direkte Links zu Produkten, die mit Produktbildern in einem Raster angezeigt werden.
Diese Produktraster nehmen viel Platz ein. Das führt dazu, dass die organischen Suchergebnisse nach unten rutschen. Das wiederum hat zur Folge, dass messbar weniger Klicks auf die organischen Suchergebnisse fallen.
Es ist daher wichtig, dass die eigenen Produkte in dieses Produktraster gelangen. Eine Voraussetzung dafür ist Googles Vorgaben für strukturierte Daten sehr genau umzusetzen.
Google gibt genaue Hinweise, wie strukturierte Daten zu verwenden sind. Es gibt sehr viele verschiedene Arten von strukturierten Daten, die Google dokumentiert hat. Für Produkte auf Produktseiten und Kategorieseiten sind das die Strukturierte Daten für Händlereinträge.
Wenn du FAQs auf deinen Kategorieseiten aufführst, gibt es dafür auch strukturierte Daten. Auch Breadcrumbs haben ein eigenes Format für strukturierte Daten. Es ist daher Standard, auf Webseiten mehrere Formate von strukturierten Daten auszuspielen.
Übrigens ist das oft eine Grenze der kostenlosen Varianten von SEO Plugins wie Yoast, Rank Math & Co. Diese spielen nur eine begrenzte Anzahl von unterschiedlichen strukturierten Daten pro Seite aus.
Beispiel: Du schreibst einen Ratgeber-Artikel, darin platzierst du direkt Produkte zum Kaufen (wie bei dem Ratgeber-Beispiel von IKEA). Weiter unten in dem Artikel führst du zusätzliche FAQs auf. Nun würde man diese Elemente alle mit unterschiedlichen strukturierten Daten auszeichnen. In den oben genannten Plugins muss man sich jedoch pro Artikel für eine bestimmte Art von strukturierten Daten entscheiden.
Du musst prüfen, ob die Bezahlversion der SEO Plugins deine technischen Anforderungen erfüllen. Ansonsten bleibt nur, das ganze mit Programmierung oder Systemen wie dem Google Tag Manager "einzuschleusen".
Zusammenfassung
- Kategorieseiten sind einer der wichtigsten SEO-Taktiken für Online-Shops.
- In der Regel ist die Optimierung von Kategorieseiten wirtschaftlicher, da sie länger relevant sind, als Produktseiten.
- Für den Aufbau und die Struktur von Kategorieseiten gibt es viele Elemente, die man einbauen kann. Zu den wichtigsten Elementen zählen eine Breadcrumb-Navigation, Filter- und Sortiermöglichkeiten und die Produktliste selbst.
- Dadurch, dass wir mehr inhaltliche Möglichkeiten haben, als auf einer Produktseite, können wir Kategorieseiten für SEO relevanter machen.
- Title, Meta Description und H1 sind wichtige Elemente für Besucher und die Google Indexierung.
- Strukturierte Daten sind für Online-Shops extrem wichtig.
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