Page Experience: Wie sich der neue Ranking-Faktor auf Ihre Webseite auswirken wird

19/03/2021

Es ist mal wieder so weit. Und um es mal mit Klaus Meines (ja, der von den Scorpions … ne, nicht die Eishockeymannschaft!) Worten zu sagen: „The future’s in the air. Can feel it everywhere.“

Kaum hat Google den Übergang zu Mobile First im März 2021 abgeschlossen, kommt die nächste grundlegende Änderung.

Und in der Tat hat sich der „Wind of Change“ (Google’s Suchmaschinen Algorithmus Update) schon seit einiger Zeit angekündigt. Ab Mai 2021 macht Google seine sogenannte Page Experience zum Leitfaktor (!) seiner Suchmaschinen-Indexierung.

Um also eine WordPress-Website, TYPO3-Webseite oder welches-CMS-auch-immer-Webseite in den SERPs (Suchmaschinen-Ergebnisseiten) möglichst gut zu platzieren, sollte man diese Änderungen verstehen und entsprechend Vorbereitungen treffen. 

Was ist also der Plan, und wie genau wird sich Googles neuer Ranking-Faktor auf Ihre WordPress-Website auswirken? 

In diesem Artikel erklären wir folgendes:

  • Googles neuer Ranking-Faktor Page Experience 
  • Die drei zentralen sog. Web Vitals, die Google zur Messung verwenden wird, und wie sie funktionieren
  • Wie Sie Ihre WordPress-Site auf die Änderung des Google-Algorithmus und den neuen Ranking-Faktor Page Experience vorbereiten können 
  • Ein Blick auf nützliche Google-Tools für Web Vitals 

Ziehen Sie heute die langen Gummi-Handschuhe an, denn wir tauchen tief in diese Algorithmus-Änderungen ein.

Googles Neuer Ranking-Faktor: Was ist Page Experience?

Googles neuester Algorithmus-Masterplan zielt darauf ab ein besseres Nutzererlebnis für Webseitenbesucher als Qualitätsmerkmal durchzusetzen.

Der Faktor Page Experience berücksichtigt die Geschwindigkeit und die allgemeine Benutzerfreundlichkeit einer Website. Dabei wird Google drei spezifische Bereiche zur Messung heranziehen: 

  1. Ladegeschwindigkeit
  2. Responsivität
  3. Layout Stabilität

Googles Core Web Vitals erklärt 

Es gibt drei sog. Core Web Vitals, die Google verwendet, um das Nutzererlebnis einer Webseite zu messen.

Google selbst beschreibt den Page Experience Ranking-Faktor in seinem eigenen Blog so:

Core Web Vitals are a set of real-world, user-centered metrics that quantify key aspects of the user experience.

developers.google.com

Um die drei oben genannten Bereiche messen zu können, hat sich Google die folgenden Core Web Vital Metriken ausgedacht:

  1. LCP aka Largest Contentful Paint 
  2. FID aka First Input Delay 
  3. CLS aka Cumulative Layout Shift 

Wenn Sie jetzt denken: „Aber was bedeutet das alles?“ Keine Angst – Sie sind erst bis zum Handgelenk eingetaucht. Jetzt kommen die knusprigen Details.

Was ist Largest Contentful Paint (LCP)? 

Largest Contentful Paint betrachtet das größte Inhaltselement auf einer Webseite und wie lange es braucht, um auf dem Bildschirm eines Benutzers sichtbar zu werden. Zur Klarstellung: LCP misst nicht die Ladezeit Ihrer gesamten Seite, sondern die Ladezeit des wichtigsten bzw. größten Elements. 

Das sind meistens folgende Inhalts-Elemente: 

  • ein Bild 
  • ein Video
  • ein großes Text-Element 

Hier lautet also die magische Gleichung: Schnell ladende Inhalte = eine gute Bewertung der Page Experience durch Google. Und langsam ladende Inhalte, nun ja … sollten Sie vermeiden, wenn Ihnen Ihr Ranking etwas Wert ist.

Zum Glück ist ihre andere Hand noch frei, denn jetzt ist es an der Zeit, sich viele Notizen zu machen – wir werden jetzt einen Plan erstellen, um Ihre LCP-Punktzahl zu erhöhen. 

LCP: Wie Sie Ihre Website vorbereiten 

Was auch immer der größte Teil des Inhalts auf Ihrer Seite ist, er muss idealerweise innerhalb von 2,5 Sekunden nach dem Laden der Seite erscheinen. Außerdem mag es Google nicht, wenn etwas länger als 4 Sekunden dauert. Wer mag das schon! 

Sie können das PageSpeed Insights-Tool verwenden, um ein langsam ladendes Seitenelement zu identifizieren und Feedback zur Verbesserung des LCP-Wertes zu erhalten. Wenn Sie Glück haben, handelt es sich nur um ein Bild, das zu lange lädt. Das bedeutet, Sie müssen es optimieren.

Was ist First Input Delay (FID)? 

First Input Delay (FID) untersucht die erste Interaktion eines Benutzers auf Ihrer Website und die Zeitspanne, die der Browser/die Website benötigt, um auf diese Interaktion zu reagieren. FID testet also im Wesentlichen, wie schnell eine Webseite auf Benutzereingaben reagiert. 

Solche Antwortverzögerungen treten auf, wenn der Browser im Hintergrund noch mit anderen Aufgaben beschäftigt ist. Eine Seite sieht aus, als ob sie geladen wäre, aber nichts passiert, wenn ein Benutzer versucht, mit ihr zu interagieren. 

Beispiele für solche Benutzerinteraktionen, die von Google unter die Lupe genommen werden: 

  • Antippen von Schaltflächen 
  • Anklicken von Links 
  • Tastendruck, um etwas auf Ihrer Seite auszulösen

Scrollen oder Zoomen zählen in diesem Fall nicht als Benutzerinteraktion. 

Die magische Gleichung: Schnelle Reaktionszeit = Daumen hoch von Google für die Page Experience. Aber wenn ein Nutzer mit Ihrer Seite interagiert und nichts passiert, oder die Reaktionszeit zu langsam ist, dann gibt es keinen Keks.

FID: Wie Sie Ihre Webseite vorbereiten 

Um in diesem FID-Spiel zu punkten, müssen Sie Ihre Seiten so agil wie möglich gestalten. Die neue FID-Metrik besagt, dass eine Seite auf die erste Nutzerinteraktion in unter 100 ms reagieren sollte, damit Google sie als reaktionsschnell einstuft. Alles, was länger als 300 ms dauert, ist minderwertig. 

ACHTUNG: im englischen ist da von responsiveness die Rede, die sich auf die Ladezeiten bezieht. Das darf man nicht verwechseln mit der reponsiveness, die sich auf das Layout bezieht, damit ein Webseitenlayout sich auf Smartphones als auch auf Desktop anpasst. 

Da diese Metrik das Sammeln von realen Felddaten beinhaltet, ist ein Tool wie der Chrome User Experience Report ideal. Da ja die meisten von uns ihre Analyse-Daten aus ihrem Browser mit Google teilen, hat Google daraus einen dicken fetten Report gebaut. Die gute Nachricht ist: dieser Report ist öffentlich einsehbar. Die schlechte Nachricht ist: Sie müssen sich bei der Google BigQuery Platform anmelden und sich mit SQL Abfragen auskennen, um den Report auswerten zu können.

Hier können Sie auf die FID-Informationen ALLER Webseiten zugreifen, die ihre Daten mit Google teilen! Eben auch auf die, die Google für das Ranking Ihrer Website verwendet. Und genau wie das PageSpeed Insights-Tool zeigt es auf, wie/ob Sie sich verbessern müssen. 

Man kann natürlich auch Google Lighthouse und/oder Page Insights heranziehen, dann erhalten Sie aber eher Laborwerte. Der FID-Wert kann bei Ihrem Nachbarn bzw. im Nachbarland schon wieder anders aussehen. Der Chrome User Experience Report liefert Daten von allen ihren Webseitenbesuchern, was also eher der Realität entspricht.

Ein weiterer Bereich, um den FID-Wert zu optimieren ist die Verbesserung von JavaScript-Code. Um die Ausführungszeit zu reduzieren, können Sie: 

  • komplexe Aufgaben aufteilen
  • ungenutztes JavaScript entfernen 

Auch hier können die DevTools im Browser wertvolle Hinweise liefern.

Was ist Cumulative Layout Shift (CLS)? 

Cumulative Layout Shift (CLS) prüft die visuelle Stabilität einer Website. Laienhaft ausgedrückt: CLS testet, ob sich Dinge auf dem Bildschirm bewegen, während Ihre Website noch geladen wird – und wenn ja, wie oft. 

Wenn auf einer Website zu viel gleichzeitig passiert, wird sie nur langsam geladen. Dann kann es passieren, dass eine Schaltfläche, die klickbereit erscheint, auf einmal an eine andere Position springt. Erklären Sie das mal meiner Oma! Also sagt Google: Sowas ist Mist!

Beispiele für sich oft bewegende Grafiken/Elemente: 

  • Buttons 
  • Werbeanzeigen 
  • Banner 

Wenn diese Art von unerwarteten Verschiebungen häufig vorkommt, führt dies zu einem schlechten Nutzererlebnis und Ihre Website erhält eine schlechte Bewertung von Google (und meiner Oma!).

CLS: Wie Sie Ihre WordPress-Site vorbereiten 

Der CLS-Wert wird zwischen 0 und 1 gemessen, wobei 0 für keine Verschiebung und 1 für die stärkste Verschiebung steht. Laut Google: gut ist jede Verschiebung des Seitenlayouts, die unter 0,1 liegt. Alles über 0,25 ist schlecht. Anzeigen und schlecht optimierte Bilder/Videos sind zwei wichtige Faktoren für unerwartete Layout-Verschiebungen, die zu einem schlechten CLS-Score führen. Spätestens jetzt sollte auffallen: die Web Vitals greifen auch alle ineinander über.

Geben Sie zum Beispiel die Breite und Höhe eines Bildes/Videos im CSS direkt an, anstatt dies dem Browser zu überlassen. Führen Sie auch hier den PageSpeed Insights-Test durch, um Empfehlungen zur Verbesserung Ihres CLS zu erhalten.

Outro

Es wird spannend im Mai, wie sich der neue Ranking-Faktor Page Experience auf das Suchmaschinen geschehen auswirken wird. Wenn Ihnen ihr aktuelles Ranking lieb ist, aber Unterstützung bei dem Thema Page Experience benötigen – melden Sie sich … vor dem 1. Mai!

Bleiben Sie und Ihre Webseite gesund!
Letzteres können wir gerne für Sie arrangieren.

Links